Golden Sun

Golden Sun ist ein Insta-Classic unter den rundenbasierten Rollenspielen geworden, nicht zuletzt weil es für mich persönlich das beste JRPG auf dem GBA ist.

Ein Epischer Prolog der Pixelative

Einige Jahre nach einem schweren mysteriösen Erdbeben ist der heiß ersehnte Tag gekommen! Heimlich Isaac, Garet und Jenna dringen mit ihrem Lehrer Kraden in das Heiligtum von Sol ein und finden den hier verborgenen Ursprung der Psynergie und Alchemie, offensichtlich sogar mit dem alten Stein der Weisen. Zugegeben, dieser Stein der Weisen ist vielleicht nicht das Zaubertröpfchen welches Plunder in Edelmetall verwandelt, vielmehr ist es ein alter schwebender Stein, der unseren Helden aber zumindest freundlich gesinnt ist.

Während Isaac und Garet gerade fröhlig dabei sind Venus-, Mars-, Merkur- und Jupiterstein ein zu sammeln, merken Sie, dass Kraden und Jenna von finsteren Gestalten gefangen genommen wurden. Diese wollen die Elementarsteine haben, aber als der letzte Stein von Isaac aus der Fassung genommen wird, wackelt plötzlich der Boden und das Heiligtum stürzt zusammen. Der Stein der Weisen hilft Isaac und Garet gerade noch zu entkommen, kurz bevor ihnen die Decke auf den Kopf knallen würde. Anschließend müssen sie sich beim Dorfältesten nun erklären was sie im Heiligtum zu suchen hatten und was dort geschehen ist.

Das Gleichgewicht der Elemente ist aus den Fugen geraten und wir müssen es wieder herstellen! Ganz nebenbei wollen aber auch Kraden und Jenna gerettet werden…

 

“Freilig werden wir aus unserem Heimatdorf verbannt! Immerhin müssen wir jetzt eine Party bilden und die Welt retten!”

Zum Spiel selbst

Bei Golden Sun handelt es sich tatsächlich um ein sehr klassisches rundenbasiertes JRPG. Die Gruppe läuft über die Weltkarte von Dorf zu Dorf, von Dungeon zu Dungeon und wird immer wieder von rachsüchtigen Monstern angegriffen. In jeder Runde wird für jeden Charakter eine Aktion gewählt und je nach Initiativewert führen Charakter bzw. Gegner die Aktion vor den anderen aus. Nach dem gewonnen Kampf gibt es ein bisschen Loot und Erfahrungspunkte.

Die finale Party besteht aus 4 Chartern, welche man auch recht schnell zueinander finden. Die Party besteht aus dem Alleskönner Isaac, Tank Garet, Heilerin Mia und dem ständig sterbenden Ivan, bei dem man ohne Namen nicht so recht wüsste ob er M oder W ist. Zugegeben Ivan ist keine Kämpfernatur, sondern nur der ungeliebte Ziehsohn eines verwirrten Händlers… Achso! Gedanken lesen kann der gute Ivan wie kein Zweiter!

Auf der, zugegebenermaßen auf Dauer leer wirkenden, Weltkarte warten unzählige Random Encounter. Regelmäßiges Grinden bleibt schließlich nicht aus, denn ein Levelup kann durchaus viel im Bosskampf bringen. Zumal mal das Geld im Laden gegen starke Waffen eingetauscht werden sollte wann immer es geht. Viele Stellen der Weltkarte lassen vermuten, dass das Spiel ursprünglich viel größer geplant war, so irrt man leider dann und wann umher und findet nach einem langen Weg nur eine Sackgasse. Aber zumindest kann man auf dem Weg das lästige Grinden erledigen.

Neben den normalen Angriffen und Psynergiefähigkeiten (aka. Zauber) gibt es dann noch eine sehr tiefgehende Komponente: Die Djins.
Diese kleinen Viecher gibt es in verschiedenen Ausführungen. Mit den einen kann man die Gruppe buffen, mit anderen wiederum den Gegner debuffen oder aber auch schön dem Gegenüber auf die Omme hauen.

Soweit, so einfach. Allerdings verändert der Einsatz des Djins die Klasse des Besitzers, wodurch dessen TP, ATK etc. verändert werden und sich dessen Psynergiefähigkeiten ändern. Gerade konnte der Charakter noch dem Gegner mit einem schönen Erdbeben das Fürchten lehren, plötzlich besitzt er Heilzauber. Das kann durchaus taktische Finesse bieten, oder man nutzte diese Eigenschaft einfach um die Charaktere mehr an seinen Spielstiel anzupassen. Dieses Feature macht das ganze zu Anfang etwas kompliziert und verwirrend, aber man kommt schnell damit klar. Für die Perfekte Strategie muss man aber leider regelmäßig außerhalb der Kämpfe in das Menü, um die Djins für den nächsten Kampf vorzubereiten.

Hier aber noch nicht genug! Sind genug Djins eines Elements aktiviert, so kann man mächtige Wesen beschwören, die aus unbekanntem Grund den Namen diverser uns bekannter Götter tragen. Diese Angriffssequenzen sind für GBA-Verhältnisse im übrigen ausgezeichnet inszeniert, wenn auch hier die Framerate überraschenderweise hart in die Knie gehen kann.

Abgesehen davon ist das Spiel allgemein wunderschön und liebevoll designet. Jeder Ort wirkt für die Spielwelt glaubwürdig, auch wenn es sich dann doch etwas komisch anfühlt in dem durchweg Fantasythematisch geprägtem Spiel plötzlich noch auf Asiatische Kampfmönche zu treffen. Hier hilft es auch nicht sich vorzustellen, dass man grade quasi von Westeuropa bis weit nach Ostasien gewandert ist.

Auf der langen Reise braucht man natürlich gute Musik. Golden Sun bietet hierbei einen ausgezeichneten Soundtrack, der sehr lange braucht bis er einem auf die Nerven geht. Passiert das aber doch einmal, dann ist es vermutlich eh ein Zeichen, dass man mal eine Pause einlegen sollte, denn das Spiel fesselt durch seine Gesamtheit stark.

Die einzelnen Spielabschnitte sind sehr abwechslungsreich und man bekommt selten das Gefühl von einem Dungeon die Nase voll zu haben. Einzig ein schier endloses Bergwerk zehrt an den Fäden der Geduld. Die Rätsel beschränken sich mehr oder minder auf einfache Schalter- und Schieberätsel, welche aber durchaus gelungen umgesetzt sind. Für die hartnäckigen Spieler warten dann auch noch etwas “schwerere” Rätsel, für dessen Lösung man mit optionalem Loot oder Djins entlohnt wird.

Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass man nicht die ganze Geschichte erlebt. Es warten noch Teil 2 auf dem GBA sowie Teil 3 auf dem DS auf all die Spieler, die nun Lust bekommen haben sich ein Meisterwerk der guten alten Handheldzeit noch nachträglich an zu sehen.

Fazit

“Alles in allem ist das Spiel erste Sahne, wenn es auch nicht für die Zugfahrt auf Arbeit oder zur Schule taugt. Aller Nase lang gibt es mehr oder minder längere Sequenzen, in denen viel erzählt wird. Und es wird erzählt… In Epischer Breite und Länge. Wer sich mit den vielen Random Encounters arrangieren und die langen Textdialoge ab kann, dem sei das Spiel unbedingt ans Herz gelegt. Alle andren dürfen es sich ohne schlechtes Gewissen einfach mit OVP in die Vitrine stellen.”

Golden Sun

9.3

Gameplay

9.0/10

Sound

10.0/10

Grafik

9.0/10

Story/Atmo

9.0/10

Gefällt mir

  • Epische Story, von der man lange etwas hat
  • Liebevolles Design
  • Spannende und knackige Bosskämpfe
  • Abwechslungsreiche Orte

Gefällt mir nicht

  • Oft unglaubliche lange Dialoge
  • Grinding geht schnell auf die Nerven
  • Frameeinbußen während mancher Kampfanimationen

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